„Falls jemand fragt, wer wir waren“ von Eva Kranenburg
Mit „Falls jemand fragt, wer wir waren“ legt Eva Kranenburg einen beeindruckenden Coming-of-Age-Roman vor, der in der jungen DDR spielt.
Jahrelang hat Tilla gehofft, von Stalin adoptiert zu werden. Anders als ihre freie und rotzfreche Freundin Rena ist sie im Juni 1953 eine Vorzeigeschülerin in Halle und überzeugte Sozialistin. Dann verschwindet Rena und ihr Zuhause entpuppt sich als ausgebombte Ruine. Tilla durchbricht das erdrückende Schweigen und stellt Fragen: über die Spielregeln in der jungen DDR und ihre eigenen Werte. Doch sie ahnt nicht, was am 17. Juni geschehen wird …
Mit „Falls jemand fragt, wer wir waren“ ist Eva Kranenburg ein beeindruckender Coming-of-Age-Roman für Erwachsene gelungen, der Freundschaft, Ideale und Mut feiert. Die eigene Familiengeschichte diente ihr als Inspiration, und so wie Tilla zwischen kindlicher Naivität und trotzigen Frust pendelt, wechselt auch der Ton des Romans immer wieder von sehr ernst zu frech-ironisch. Kranenburg, die als Psychotherapeutin mit Geflüchteten aus Kriegsgebieten gearbeitet hat, zeichnet ein facettenreiches Porträt der jungen DDR. Vor allem aber erzählt sie von Menschen, die sich der klaren Unterteilung in Gut und Böse rigoros entziehen.
Hat es Eva Kranenburg mit „Falls jemand fragt, wer wir waren“ auf unsere Liste der besten Bücher im August 2026 geschafft?