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„Imperium“ von Grim104: Ende, Tod und Verfall

Mit „Imperium“ wirft Grim104 einen gnadenlosen Blick auf Nachkriegsdeutschland – aber auch auf Ü30-Männer im Club.

Plattencover „Imperium“ von Grim104

Andere Rapper geben an, Grim104 lieber auf – zumindest ist er immer kurz davor. Auf seinem dritten Soloalbum reflektiert die Zugezogen-Maskulin-Hälfte die eigene Faszination mit Ende, Tod und Verfall: „Sehne mich sehr nach Unsterblichkeit/Schreibe Songs aus Sicht von Vampiren“ („Bam Margera“). Natürlich ist auch das Imperium im Titel eines, das den Weg von Rom oder Byzanz gehen wird. Grims immer kurz vor der Panikattacke scheinende delivery ist nach wie vor nicht nur Alleinstellungsmerkmal im deutschen Rap, sondern auch bestens geeignet für diese kalten Beats und abgründigen Texte. Die sind hier noch düsterer, weil weniger ironisch als im Duo mit Testo – der Ernst ist so groß, dass Moritz Wilken manchmal fast an die Grenzen seiner Persona stößt. Das gilt insbesondere für „Komm und sieh‘“, ein gnadenloser Blick auf Nachkriegsdeutschland mit Zeilen wie „Als ich eins war, war Hitler hundert/Spür’ seine Hände in mein’ Haaren/Kalte Finger, sie wandern mein Gesicht hinunter“ – der auf das vergleichsweise leichte „Ü30 Männer im Club“ folgt und so ein tonales Schleudertrauma verursacht.

 

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