„The Bible“ von Lambchop: Kein Country für Kurt Wagner
Zum ersten Mal hat Kurt Wagner eine Lambchop-Platte nicht selbst produziert. Doch „The Bible“ bleibt idiosynkratisch wie immer.

Ein Lamchop-Album aus Minneapolis? Was es alles gibt! „The Bible“ ist zudem die erste Platte seines Projekts, die Kurt Wagner nicht selbst produziert, sondern in die Hände seiner Freunde Andrew Broder und Ryan Olson gegeben hat. Auch deshalb sind die Bande in die Heimat Nashville fast gänzlich gekappt, an Country erinnern eigentlich nur noch die Slide-Gitarren auf „Dylan at the Mouse Trap“. Stattdessen bleibt Wagner mal im Tin-Pan-Alley-Fahrwasser des Vorgängers „Showtunes“ („His Song is sung“) oder macht auf Discofunk („Little black Boxes“).
Ein konstantes Highlight sind dabei die schmissigen Bläserpassagen, während andere Tracks mit minimalistischer Jazzinstrumentation eher dahindümpeln („Daisy“). Ähnlich bunt sind die Texte: „I’m furious“, verkünden die Background-Sängerinnen in dem politisch aufgeladenen „Police Dog Blues“; dann wiederum singt Wagner Zeilen wie „I’m eating pizza with a fork“ („A major minor Drag“). Und so ist „The Bible“ am Schluss wie das namensgebende Buch: Wer die Hauptperson mag, nimmt gern ein paar Längen in Kauf.
Musik


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