- Review
„Magazine“ von YHWH Nailgun: Radikal kurz, radikal gut
Wer sich für die Zukunft des Rock interessiert, sollte bei dem US-Quartett genau hinhören – das neue Album kostet auch nur 11 Minuten Zeit.

Haben uns YHWH Nailgun hier statt ihres zweiten Albums eine EP untergejubelt? Gerade mal elf Minuten dauern die zehn Tracks ingesamt, die Länge schwankt zwischen 35 (der Titeltrack) und 96 (der Opener) Sekunden. Damit ist die Platte etwa halb so lang wie das schon kurze Debüt „25 Pounds“ von 2025. Und doch lohnt es sich, über das von Philadelphia nach New York gezogene Quartett zu sprechen, denn so skizzenhaft die Songs daherkommen, so unverkennbar klingen sie zugleich: Getragen wird alles von den um Rototoms kreisenden Drumbeats von Sam Pickard, während Saguiv Rosenstocks Gitarre und Jack Tobias’ Synthesizer geisterhafte Textur verleihen.
Dazu singt, haucht und kreischt Zack Borzone surreal-biblische Texte. Insofern ist auch der radikale Minimalismus nur eine schlüssige Weiterentwicklung – und dennoch schafft es die Band, etwa im einminütigen „Sewer Tree“ überraschend viel Dynamik zu erreichen. Wer wissen will, wie aktuell die Speerspitze des Rock klingt, sollte YHWH Nailgun auf jeden Fall eine Chance geben – dauert ja auch nur elf Minuten.
Musik

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