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„You’re free to go“ von Anjimile: Neue Wärme, alter Schmerz

Albumcover von Anjimiles Album „You’re free to go“: das in grün gehaltene Gesicht des Künstlers vor einem pinken Hintergrund.

Auf seinem dritten Album klingt Anjimile sanfter als zuvor – auch wenn die Katastrophen im Hintergrund nicht verschwinden.

Wir haben „The King“ von 2023 in unserer Rezension als widerstrebende Protestmusik bezeichnet, denn schon damals hat Anjimile nicht nur gegen den Rassismus und die Transphobie seiner Heimat gewütet, sondern auch reflektiert, wie sehr es ihn ermüdet, in diese Rolle gezwungen zu sein. Heute ist nichts besser als damals, aber der Musiker aus Boston hat sich freigestrampelt: Mit „You’re free to go“ blendet er die gesellschaftlichen Krisen nicht direkt aus, doch sein Fokus liegt anderswo – auf ihm selbst, seiner Community, seinen Beziehungen.

Die Akustikgitarre wird zum prägenden Instrument, umflirrt von subtilen Streichern, Bläsern und Verzerrungen, und rückt Anjimile zeitweise in die Nähe von Folkbarden wie Sufjan Stevens. In den letzten zwei Jahren hat er seine Identität als trans Mann gefestigt und alternative, nichtmonogame Beziehungsmodelle ausprobiert, entsprechend handeln seine Texte von Wärme, Liebe und neu gewonnener Sicherheit. Das alles, ohne dass die grundlegende Melancholie je ganz verschwinden würde, die etwa in der schmerzhaften Abrechnung mit seiner Familie in „Exquisite Skeleton“ durchbricht: „Don’t turn your back on me“, singt Anjimile da, „I can’t forget my flesh/Oh how I’ve tried“.

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kulturnews.de
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