„Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück“ von Arne Semsrott
Mit „Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück“ legt Journalist und Aktivist Arne Semsrott ein fantastisch recherchiertes Plädoyer für das privatpolitische Handeln vor.
Wird von „der Demokratie“ gesprochen, ist meist die parlamentarische Demokratie gemeint. Selbst in progressiven Kreisen wird diesem aber zunehmend ein Ablaufdatum prophezeit. Was dann bleibt? Die Zivilgesellschaft. Und diese ist wirkmächtiger, als es so manch Politikverdrossener wahrhaben will. Mit seinem neuen, nüchternen, konkret lebensweltlichen Sachbuch „Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück“ legt Journalist und Aktivist Arne Semsrott ein fantastisch recherchiertes Plädoyer für das privatpolitische Handeln vor.
Der Untertitel „Eine Anleitung für die demokratische Offensive“ ist wörtlich zu verstehen. Dieses Buch ist ein Mutmacher, aber vor allem ein Handbuch gegen die Ohnmacht und für die Selbstwirksamkeit in der autoritären Wende. Wie dringlich dies ist, zeigen die aktuellen Pläne zur Einschränkung des Informationsfreiheitsgesetzes, ohne das Semsrotts Initiative FragDenStaat, die etwa die NSU-Akten öffentlich machte, kaum noch Handlungsspielraum bleibt.
Auch interessant: In „Wir spielen Alltag – Leben in Israel seit dem 7. Oktober“ zeigt Lizzie Doron die tiefe Entfremdung liberaler und linker Menschen von ihrem Staat und gleichzeitig ihr internationales politisches Alleingelassensein.