Gemalte Feuer von EVA HEGGE
Während sich die Protagonistin in dem Debüt Gemalte Feuer von Eva Hegge nach einer Schwangerschaft sehnt, warten die Lesenden auf eine Handlung.

Wie sieht ein Leben mit unerfülltem Kinderwunsch aus? Eva Hegge thematisiert in ihrem Debüt „Gemalte Feuer“ diesen gesellschaftlich oft noch immer tabuisierten Schmerz. Umso wichtiger, davon zu erzählen. Dramaturgisch lässt der Roman jedoch einiges zu wünschen übrig: Er erzählt von einer Mitte dreißigjährigen Literaturwissenschaftlerin, die ihrem geregelten, sehr ereignislosen Alltag als Verkäuferin in einem Möbelgeschäft nachgeht.
Der sich im Kreis drehende Hyperfokus auf die Leerstelle einer nicht einsetzenden Schwangerschaft ist frustrierend für die Lesenden. Die Lektüre fühlt sich an wie ein Warten auf eine Handlung – man wartet darauf, dass die Protagonistin mehr Selbstwirksamkeit erreicht. Stattdessen lebt sie, fast wie betäubt in einen Schatten gelullt, völlig unter ihren Möglichkeiten. Die sehr reduzierte Handlung ist gespickt mit banalen Details und alltäglichen Beobachtungen: Staubsaugen, lange Weg- und Personenbeschreibungen, die das Leseerlebnis verlangsamen statt es mit Lebendigkeit zu bereichern. Auch die Nacherzählung ägyptischer Mythen, die dem Roman Vielschichtigkeit verleihen soll, wirkt eher pseudophilosophisch. Zumindest aber lassen einige sehr malerisch-poetische Sätze die sonst sehr matte Handlung immer wieder kurz aufleuchten.
Hat es Eva Hegge mit „Gemalte Feuer“ auf unsere Liste der besten Bücher im September 2026 geschafft?
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