Hundeheimat von Don Pablo Mulemba
Mulembas Jugenderinnerungen stechen aus den vielen Postwendeerzählungen heraus, weil sie aus afrodeutscher Perspektive berichten.

In ihrem gemeinsamen Podcast „Springerstiefel“ fragen Hendrik Bolz und Don Pablo Mulemba nach den Gründen des Wiedererstarkens rechter Ideologien bei jungen Männern. Und wie Bolz, der mit „Nullerjahre“ bereits ein autobiografisches Buch über das von rechter und männlicher Gewalt geprägte Aufwachsen in Ostdeutschland der 2000er-Jahre veröffentlicht hat, widmet sich nun auch Mulemba in einem zärtlichen und zugleich kämpferischen Text seiner Kindheit und Jugend in Eberswalde und Cottbus.
„Hundeheimat“ heißt Mulembas Memoire. Der Titel zitiert Mulembas Vater, einen angolanischen Vertragsarbeiter, der 1990 miterleben muss, wie sein Freund Amadeu Antonio von Neonazis mitten in Eberswalde zu Tode geprügelt wird und später mit Mulembas Mutter nach Angola auswandert. Der Sohn bleibt und schreibt nun seine Geschichte auf. Eine, die aus all den vielen Postwendeerzählungen heraussticht, weil sie aus afroostdeutscher Perspektive berichtet und nicht bloß erwartbare Erklärungsversuche für die rechte Gewalt in Ostdeutschland wiederkäut.
„Papa – ich bin Don Pablo Mulemba. Ein ganz normaler Afro-Ossi. Das Ergebnis einer unerwünschten Liebe in einem Land, in dem man dich und Mama gejagt, deine Kinder bespuckt und deinen Freund gelyncht hat.“
Hat es Don Pablo Mulemba mit „Hundeheimat“ auf unsere Liste der besten Bücher im September 2026 geschafft?
Literatur


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