Kanzlerkino von Mirko Bonné
Die Bonner Republik zur Wendezeit: Mit Kanzlerkino erzählt Mirko Bonné vom Umzug nach Berlin und dem Entwurf eines Kanzlerbungalows.

„Kanzlerkino“ von Mirko Bonné verwischt die Grenze zwischen historischer Realität und Fiktion
Bernd Vomturm hat noch vor dem Mauerfall „Republikflucht“ begangen. Inzwischen ist er mit Erle liiert, der Schwägerin des Bonner Bundeskanzlers Viktor Breugel, der als „Pfälzer Kanzler“ wiederum unschwer als Helmut Kohl zu erkennen ist. 1994 wird Bernd beauftragt, den Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin mit zu organisieren und den neuen Wohnort des Kanzlers zu entwerfen. Dafür will Bernd einen neuen, visionären Stil des Glasbaus prägen: Möglichst viel Licht soll ins Haus kommen, denn darauf ist die kranke Kanzlergattin Harriet angewiesen. Wegen dieses Projekts schreibt Bernd seinem alten Freund Lutz, ganz plötzlich, nach Jahren ohne Kontakt. Ein Geflecht von Andeutungen macht schnell klar: Zwischen beiden ist mehr vorgefallen, als wir zunächst vermuten …
Mirko Bonnés Roman „Kanzlerkino“ verwischt die Grenze zwischen historischer Realität und Fiktion. Zwar kann man meist erkennen, welche historische Figur sich hinter welchem Namen verbirgt. Wer aber bei den bunten Farben des Einbandes eine vergnügte Satire erwartet, wird nur teilweise auf seine Kosten kommen. Es geht um persönliche Konflikte, das Bewältigen von DDR-Vergangenheit – und um Männer, die ständig eifersüchtig sind.
Mit „Kanzlerkino“ hat es Mirko Bonné auf unsere Liste der besten Bücher im September 2026 geschafft
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