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The Drag and Us: Zum Davonlaufen peinlich

Grimassierende Gesichter, gestelzte Dialoge, grausiges Schauspiel: Was das ZDF mit der Sitcom „The Drag and us“  zum Ablachen anbietet, ist allenfalls zum Davonlaufen gut. Schon seit Monaten haben die öffentlich-rechtlichen Sender Serien ins Programm gebracht, mit denen sie Diversität herausstellen, und es war gut so: Die ARD zeigte mit „All you need“ vier Schwule in Berlin auf der Suche nach dem Glück, und das ZDF brachte auf seinem jungen Spartensender ZDFneo in „Loving Her“ die lesbische Hanna mit viel Chaos im Leben, die nach einer Begegnung von früher Bilanz zieht.

Aber auch US-Produktionen wie „Modern Love“ – ebenfalls divers, aber eher betulich-bürgerlich – oder die Frustrierte-Ehegattin-Serie „Sex/Life“ auf Netflix in ihrer straighten US-Biederkeit sind, wenn auch schnell ermüdend, so doch wohltuend im Vergleich zu diesem deutschen Versuch, eine Drag Queen im Durchschnittshaushalt hoffähig zu machen. „The Drag and Us“ ist unglaubwürdig in der Charkterzeichnung, peinlich in der Anbiederung an Themen der Diversität und als Sitcom irgendwo zwischen Fremdscham und Langeweile angesiedelt. Nicht zuletzt aber ist die Etablierung einer Drag Queen in einer Serie wie vor 30 Jahren ein Außerirdischer in der US-Sitcom „Alf“ so altbacken wie reaktionär.  jw

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