„Everything Harmony“ von The Lemon Twigs: Alte Seelen
Die jungen Nostalgiker von The Lemon Twigs schaffen es trotz ihrer Mitgliedschaft in Gen Z, ihre Musik frei von Ironie zu halten.

Schon als sie als Teenager-Wunderkinder wie aus dem Nichts erschienen sind, haben Brian und Michael D’Addario den Fans viele Rätsel aufgegeben: Wie können zwei so junge Künstler derart nostalgische Musik schreiben? Auch das vierte Album „Everything Harmony“ bedient sich bei Mitsingmelodien, Softrock-Gitarren und Gesangsharmonien der Vergangenheit, die beiden erinnern mal an Simon & Garfunkel, mal an Brian Wilson und mal an Todd Rundgren. Statt eines Konzepts regiert die Eingängigkeit der Songs, auch wenn einige private Tragödien gleich mehreren Songs eine melancholische Richtung geben.
Doch genau hier offenbart sich das eigentliche Geheimnis der Brüder: ihre Fähigkeit, Zeilen wie „Every day is the worst day of my life“ im gleichnamigen Song zwar mit sonnigen Akkorden unterlegt, zugleich aber komplett frei von Ironie zu präsentieren – eigentlich unmöglich für Leute, die sich nicht an 9/11 erinnern können. Und das löst damit auch die Eingangsfrage: The Lemon Twigs waren nie Teenager, denn ihre Seelen sind in den 70ern geboren.
Musik


Jigitz beweist mit 50 Ballerinas: Electro kann auch zart sein
- Tourneen

Fluppe auf Tour: Mit Poesie Richtung Weltuntergang
Hörenswert

Shinier World Tour: Art Garfunkel kommt nach Hamburg
Im Rahmen seiner Shinier World Tour ist Musiklegende Art Garfunkel auf Welttournee. Im Oktober spielt er in der Elbphilharmonie.

Dad Harmony: Schwedische A-cappella-Väter auf Tour
Es begann auf einem Junggesellenabschied, heute haben Dad Harmony Fans auf der ganzen Welt. Jetzt kommen die Schweden nach Deutschland.

Fast am Altar: Blondshells Fur Elise
Manchmal ist die schönste Metapher eine, die eigentlich gar nicht passt. Mit „Fur Elise“ veröffentlicht Blondshell alias Sabrina Teitelbaum einen Song, der klingt wie die vorletzte Szene eines Coming-of-Age-Films.
