„Toward Eternity“ von Anton Hur
„Toward Eternity“ von Anton Hur ist eine kluge Versuchsanordnung, die in Form eines Meta-Textes über Sprache und die Frage, wie diese uns konstituiert, nachdenkt – doch dann setzen monumentale Weltraumschlachten ein.

„Toward Eternity“ von Anton Hur ist unsere Buchempfehlung der Woche
Als ihr Patient Yonghun, ein Literaturwissenschaftler, der zuletzt noch eine KI mit Gedichten gefüttert hat, auf mysteriöse Weise verschwindet, greift Dr. Mali Beeko zu ihrem Notizbuch. Hatte der Austausch seiner Körperzellen gegen Naniten – kleine Roboterzellen – doch eigentlich reibungslos funktioniert. „Toward Eternity“, der Debütroman des international gefeierten Übersetzers Anton Hur, beginnt wie ein Rätsel, das sich allmählich zusammensetzt. Denn Malis Notizbuch wird weitergereicht und mit Erinnerungsprotokollen anderer Figuren gefüllt, von denen Mali neben Androiden und Klon-Soldat:innen die einzig Menschliche bleibt.
Bis sich dieser Science-Fiction-Roman in der zweiten Hälfte zwischen monumentalen Weltraumschlachten verliert, ist er eine kluge Versuchsanordnung, die in Form eines Meta-Textes über Sprache und die Frage, wie diese uns konstituiert nachdenkt und zu der niederschmetternden wie tröstenden Erkenntnis gelangt, dass Sprache womöglich gar kein Wesenskern der Menschlichkeit ist, sondern weit darüber hinausweist. Zumindest schafft es Malis Notizbuch von der nahen Zukunft bis in die titelgebende Ewigkeit.
Mit „Toward Eternity“ hat es Anton Hur auf unsere Liste der besten Bücher im September 2025 geschafft.
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