„You’re gonna need a little Music“ von Yard Act: Risikoreicher als je zuvor
Yard Act scheint sich mit jedem Album wieder komplett neu zu erfinden. Die Platte „You’re gonna need a little Music“ beweist dies erneut.
Durchaus riskant, war das Geheimnis des Erfolgs von Yard Act bislang doch eher das vermeintlich beiläufig und spontan Hingeworfene: Nach den Laptop-Basteleien der ersten beiden Platten hat die Band aus Leeds nun erstmals ein Album live im Studio aufgenommen. Fünf Monate lang sind sie mit Produzent Justin Meldal-Johnsen (Nine Inch Nails, St. Vincent, Wolf Alice) zwischen ihrer Heimatstadt und L.A. gependelt und konnten nach fünf intensiven Monaten aus fast 50 Songs wählen.
Plötzlich klingt alles wuchtiger und konzipierter, und doch finden sie auf „You’re gonna need a little Music“ das richtige Maß und behalten vor allem auch die unberechenbaren Schlenker bei. Sänger James Smith bezeichnet die neue Platte als ihr „Parklife“, und diese Blur-Referenz passt ganz besonders für das aufs Radio schielende „Talky Talky People“ und den Indiedisco-Hit „Cherophobe“. Der tänzelnde Titelsong orientiert sich dagegen eher an Pulp, „New Beginnings“ grüßt in Richtung Beck, und spätestens, wenn Yard Act mit dem zackigen „Thrill of the Chase“ mehr Rap als je zuvor wagen, zahlt sich ihre Risikobereitschaft aus.