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„Doch“ von Drangsal: Selbstentblößung und Verfremdung

Buchcover „Doch“ von Drangsal

Als Max Gruber im Jahr 2016 mit „Harieschaim“ sein erstes Album als Drangsal veröffentlicht, ist es die altehrwürdige Spex, die ihn so ungemein treffend zum „neuen Zuchtmeister deutscher Popmusik“ tauft. Sechs Jahre und zwei weitere Platten später muss dieses Prädikat angepasst bzw. erweitert werden, da der 28-Jährige nun auch sein erstes Buch vorlegt.

In „Doch“ bündelt Gruber autobiografische Miniaturen, Kurzgeschichten und Gedichte, in denen er zwischen Herxheim, seinem Heimatkaff in der pfälzischen Provinz, und surrealen Traumwelten pendelt. Wenn er vom alltäglichen Wahnwitz, dem Erwachsenwerden, einem Anderssein und natürlich von seiner Liebe zur Musik erzählt, sitzt jedes Wort: In Texten wie „Lachen“ und „Knight Rider oder Himbeer-Toni“ treibt er die Selbstentblößung zum Exzess – und spielt natürlich zugleich mit Übertreibung und Verfremdung. Bleibt nur ein nicht aufzulösendes Dilemma: Locken wir ihn von der Musik weg, weil wir jetzt unbedingt auch einen Roman von Drangsal wollen? Wir lassen ihn ganz einfach selbst entscheiden, und diese Zuschreibung hat er sich ja so oder so schon mit „Doch“ verdient: Max Gruber ist jetzt auch der neue Zuchtmeister deutscher Literatur.

Mit „Doch“ hat es Drangsal auf unsere Liste der besten Bücher im April 2022 geschafft.

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